Court tomb
Das Court tomb, oder der Court cairn von schottisch-gälisch cairn für Steinmal, gehört zu den megalithischen Kammergräbern (Chambered tombs) der Britischen Inseln. Es wird mit 300 Exemplaren nahezu ausschließlich im Norden von Irland bzw. in Nordirland gefunden.
Der Name Court tomb wurde 1960 von dem irischen Archäologen Rúaidhri De Valera für Anlagen eingeführt, die bestimmte gemeinsame architektonische Elemente besitzen. Die bis zu 60 m langen Anlagen werden auch als Gehörnte (horned) Cairns bzw. Hummer (Lobster) Cairns bezeichnet. Die meisten scheinen in der frühen Jungsteinzeit, ab 3.500 v. Chr. gebaut worden zu sein, viele blieben aber bis in die Bronzezeit (2.200 v. Chr.) in Gebrauch. Ein meist langer, oft trapezförmiger Hügel aus Bruchgestein wurde über mehreren (2 bis 4) zumeist hintereinander liegende Kammern bzw. bei „Central Court Cairns“ um den innen liegenden Hof herum aufgeschichtet. Die Kammer werden oben durch horizontal aufgelegte Platten, durch ein Kraggewölbe oder eine Kombination der beiden Deckenarten geschlossen. Eine Randsteineinfassung umgibt die Cairns und den Hof.
Die Anlagen haben entweder einen außen liegenden oder einen zentral gelegenen Hof. Die Kammern sind Teil einer durch Trennpfosten markierten geraden Galerie, die vom Hof aus zugänglich ist. Einige Anlagen haben Seitenkammern (Behy County Mayo). Andere haben separate Kammern an den Langseiten des Cairns. Anlagen mit Höfen an beiden Enden werden „Doppel Court cairns“ genannt.
Siehe auch:
[Bearbeiten] Schottland
Die schottischen Anlagen des Typs Clyde Carlingford (z. B. Cairnholy I und II, bei Newton Stewart) sind ungefähre Entsprechungen der irischen Court tombs. Diese Form hat in England Vorläufer in der Holzkammer von Haddenham in Cambridgeshire, wo das Moor eine hölzerne Kammer mit fünf intakten Skeletten konservierte, aber auch mit der Pfahlkonstruktion des Langbetts von Street House in Yorkshire. Clyde tombs haben eine wesentlich höhere Exedra. Die schottischen Nutzer bevorzugten im Allgemeinen die Körperbestattung, während in Irland die Einäscherung üblich war.
Siehe auch: Britische Megalithik
[Bearbeiten] Literatur
- R. Castleden: The Stonehenge people an Exploration of Life in Neolithic Britain 4700-2000 BC. 1998
- E. Shee Twohig: Irish Megalithic tombs. 1990, ISBN 0-7478-0094-4
- Jürgen E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. europäische Kultstätten der Steinzeit. Beier & Beran, Langenweißbach 2003, ISBN 3-930036-70-3.